Artikel-Schlagworte: „biblical plague“

The following is written in German as it points to a German broadcast about the biblical plagues in the Old Testament (Book of Moses) that took place in Egypt.

(Update 06-09-09: Der zweite Teil war nicht ganz so überzeugend… isb. bzgl. der Frage der toten Erstgeburten)

Der Sender ZDF sendet derzeit ein interessante dreiteilige Sendung aus der Reihe Terra-X über die möglichen historischen Hintergründe der biblischen Plagen im Ägypten. Die daraus entstandene Geschichte ist im Alten Testament über den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten bekannt (unter der Schirmherrschaft von Moses als Propheten/ vgl. Buch Moses Kapitel 7). Wie die Sendung Terra-X über die biblischen Plagen berichtet, werden diese mit einer riesigen Umweltkatastrophe im Zuge des Ausbruch eines Vulkanes in Griechenland und anderen ökologischen Veränderungen in einen direkten Zusammenhang gebracht. Damit bekämen

  • gefärbtes und vergiftetes Wasser im Nil
  • Froschplage
  • Stechmücken
  • Ungeziefer (Stechfliegen)
  • Seuchen
  • die Bildung von Geschwüren bei Mensch und Tier
  • besonders große Hagelkörner
  • Heuschrecken
  • Verdunkelung des Himmels

eine historische Begründung. Infolgedessen wurden vor allem Ernten vernichtet, Tiere und Menschen getötet und Hungersnöte brachen aus. Solche schweren Ereignisse werden i.A. von innenpolitischen  Problemen begleitet und der Ausübung wechselseitiger Gewalt und anderer schwerer Straftaten. Als Auslöser der Plagen werden tatsächlich existente Umweltkatastrophen angeführt. In Kürze besagt die These, dass durch den Ausbruch eines Vulkanes (auf der griechischen Kykladeninsel Santorin) ~1600 B.C. Tsunamis ausgelöst wurden, die wiederum zu Überschwemmungen führten und all dies einen großen Einfluss auf die Verbreitung und örtliche Ausrichtung von Tieren hatte und sich dies auf viele Umweltfaktoren ungünstig auswirkte. Hinzu kommt, dass im Falle von Vulkanausbrüchen extrem viel Staub und Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen und sich später niederlassen und gleichfalls Auswirkungen zeigen. Je nach Klimaveränderung wirkt zusätzlich die jährliche Überschwemmung des Nils unterschiedlich, teilweise kann es sehr lange Trockenzeiten geben, etc. Plausibel ist, dass ein Vulkanausbruch den ‘normalen’ Ablauf der Jahreszeiten längerfristig stark verzerrt und durcheinanderbringt, so dass für Mensch und Tier Leid entsteht.

Bezogen auf die ‘Tierplagen’ besagt dies, dass sich etwa Heuschrecken von Hoch- nach Tiefdruckgebieten (sprich Regen) bewegen, sich extrem schnell fortpflanzen und infolgedessen unglaublich viel an Ernte in kürzester Zeit vernichten können. Ein paar Milliarden Heuschrecken vernichten zig-Tonnen an Nahrung (2g pro Tag pro Heuschrecke, was in etwa ihrem Eigengewicht entspricht). Für Stechmücken, Ungeziefer und Frösche lassen sich vergleichbare plausible Erklärungen finden. Die rote ‘blutige’ Verfärbung bzw. Vergiftung von Wasser (der Fluss Nil) kann auf das Vorhandensein der Burgunderblutalge (ein giftiges Bakterium) und Schadstoffen zurückgeführt werden – und später auf Tierkadaver (isb. Fische), die tot im Nil herumtreiben. Damit ist der Fluss umgekippt. Die Froschplage lässt sich erklären, dass Kaulquappen intuitiv das ‘Umkippen’ des Flusses spüren, sich schneller entwickeln und alle relativ gleichzeitig das Wasser verlassen. Die Bakterien haben jedoch ihre inneren Organe bereits angefangen zu zerstören, so dass in kurzer Zeit viele Frösche sterben und tot an Land liegen bleiben. Damit fehlen z.B. Stechmücken ihre natürlichen Feinde, da auch die Fische sterben. Folglich vermehren diese sich äusserst rasch und zahlreich.

Im Zuge von Tsunamis etwa ist bekannt, dass die vorhandenen (Trink-)Wasservorräte stark verunreinigt werden (u.a. durch Kadaver, etc.). Eine Folge davon ist das Aufkommen von Seuchen aufgrund vergifteten Wassers. Gleichzeitig entsteht ein Milieu, bei dem sich ebenfalls Stechmücken sehr wohl fühlen (da fehlende Feinde) und diese sich stark und schnell vermehren können. Hagelkörner benötigen für ihr Zustandekommen Staub in der Atmosphäre, da reine einzelne Wassertropfen ohne Staub selbst bei vielen Minusgraden noch nicht gefrieren. Mit etwas Staub geht dies ganz schnell. So können Hagelkörner auch besonders groß werden (viel Staub in der Atmosphäre im Zuge des Vulkanausbruches) und beim Hinunterfallen auf die Erde deutlichen Schaden anrichten (was viele Autobesitzer leider kennen). In Extremfällen können Hagelkörner Menschen und Tiere töten oder lebensgefährlich verletzen. Insofern erscheinen die bisherigen Schlussfolgerungen, die durch Feldforschung in Ägypten und Santorin, anhand von alten Schriften sowie Experimente und Untersuchungen in wissenschaftlichen Labors unterstützt werden (z.B. Datierung von Bims-Gestein mit der Radiokarbonmethode, Experimente zum Zustandekommen von Hagelkörnern im eisgekühlten Windkanal, Studien zur Verbreitung von Heuschrecken und ihrem Paarungsverhalten, Studien zur Burgunderblutalge und ihrem Einfluss auf Wasserqualität und Tiere, etc.) durchaus plausibel und gut begründet zu sein. Im Falle der biblischen Plagen ist das Buch Mose sozusagen eine recht genaue Beschreibung historisch Fakten. Die Figur Mose findet jedoch keine klare Entsprechung, wobei hierzu unterschiedliche Thesen existieren (etwa bei Laurence Gardner).

Die ZDF Mediathek ermöglicht ein nachträgliches Anschauen dieser Sendungen am Computer (wer die Sendung nicht sehen konnte). Spannend wird im dritten Teil sein, wie die letzte Plage

  • die Tötung der Erstgeborenen

erklärt wird. Vermutlich wird dies über spezielle Funktionen, Handlungen und Aufenthaltsorte der Erstgeborenen erklärt, so dass eine ähnliche Katastrophe diese, aber nicht Spätergeborene traf. Letztere nahmen vermutlich andere Funktionen, etc. wahr.

Ein biologische Abhandlung zur Biologie der biblischen Plagen wurde 2008 von dem Forscherehepaar Anna und Hermann Levinson geleistet:

Levinson, Hermann und Levinson, Anna (2OO8). Zur Biologie der zehn biblischen Plagen. DGaaE Nachrichten, 22 (2), 83-102.

Der Artikel ist auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandet Entomologie e.V. (DGaaE) zum freien Download erhältlich.